Spendensammlung für Hilfsprojekt in der Ukraine

Moin Sankt Pauli-Fans,

wir werden beim Heimspiel gegen Karlsruhe in der Südkurve Geldspenden sammeln, um Menschen im Krieg sowie auf der Flucht vor dem Krieg zu unterstützen. Wir wollen dabei bewusst für Organisationen sammeln, die wahrscheinlich nicht viele auf dem Schirm haben. Mit unserer Auswahl versuchen wir sowohl unserer historischen Verantwortung gerecht zu werden, als auch progressive, linke Kräfte in der Ukraine zu unterstützen.
Zum Einen wird dies das Anarchist Black Cross sein, die Menschen bei der Flucht unterstützen, aber auch Menschen, die bleiben wollen. Des Weiteren sammeln wir für das Maximilian-Kolbe-Werk, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Shoa-Überlebende in der Ukraine zu supporten.

Solltet ihr noch Sachspenden übrig haben, möchten wir euch noch einmal auf die Spendensammlung am Samstag ab 10 Uhr in den Fanräumen hinweisen.

HET BOЙHE! ALL REFUGEES WELCOME !

 

Nein zum Krieg!

Moin Sankt Pauli Fans,
 
die Initiative Mission Lifeline hat sich entschlossen, einen Konvoi an die slowakisch-ukrainische Grenze zu entsenden. Dort sollen Menschen unterstützt werden, die versuchen, aus dem Krisengebiet nach Deutschland zu fliehen. Wir rufen euch dazu auf, Initiativen zu unterstützen, die versuchen der vom Krieg betroffenen Zivilbevölkerung zu helfen!
 
Ultrà Sankt Pauli, Februar 2022
 
 

Say their names!

Moin Sankt Pauli Fans,

im Folgenden teilen wir den Aufruf der Initiative 19. Februar Hanau. Auch dieses Jahr wird dazu aufgerufen rund um den 19. Februar sich an Veranstaltungen, Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen zu beteiligen, um die Forderungen der Initiative zu unterstützen:

 

„Am 19. Februar ist der rassistische Anschlag in Hanau zwei Jahre her.

Wir haben unsere Forderungen in die Öffentlichkeit getragen und mit euch gemeinsamen Druck entwickelt, um sie durchzusetzen. Für angemessene Erinnerung, soziale Gerechtigkeit, lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen.

Aktuell sprechen wir im Untersuchungsausschuss vor dem Hessischen Landtag über das Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat, über die Schwerfälligkeit der Ämter bei der Unterstützung und Hilfe, über die Kälte der Bürokratie. Wir sprechen über das unverzeihliche Fehlverhalten der Sicherheitskräfte in der Tatnacht, über die Unwilligkeit und Schludrigkeit von Staatsanwaltschaft und Polizei bei den Ermittlungen, bei der Verfolgung von Spuren, bei dem Ernstnehmen neuer Bedrohungslagen, bei unserem Schutz. Wir sprechen über die wiederkehrenden Respektlosigkeiten und herabwürdigenden Gesten von Beamt:innen, Vertreter:innen von Behörden und Polizei gegenüber Angehörigen und Überlebenden und selbst gegenüber den Toten. Wir sprechen über den Normalzustand von institutionellem Rassismus.

Die Namen der Opfer unvergessen machen. Ihre Namen sollen erinnern und mahnen, den rassistischen Normalzustand im Alltag, in den Behörden, den Sicherheitsapparaten und überall zu beenden. Der rassistische Anschlag war auch ein Ergebnis der rechten Hetze von Politiker:innen, Parteien und Medien. Behörden und Sicherheitsapparate haben ihn durch ihre strukturelle Inkompetenz und Ignoranz weder verhindert noch aufgeklärt. Das ist das Zusammenspiel, das in den Handlungen Einzelner ihre mörderische Zuspitzung und Folge findet und damit sind rechte Terrorakte niemals Einzeltaten.

Schluss damit! Damit wir keine Angst mehr haben müssen, muss es politische Konsequenzen geben. Rassismus, egal in welcher Form, darf nicht mehr geduldet, verharmlost oder ignoriert werden. Wir geben keine Ruhe!

Letztes Jahr sind Menschen in über 100 Städten in Deutschland und darüber hinaus auf die Straße gegangen. Mit Bewunderung haben wir in Zeitungen und sozialen Medien eure Kraft und euren Mut gesehen. Wir fordern euch für den 19. Februar wieder dazu auf, an unserer Seite zu stehen! Wegen der Pandemie können wir nicht mit allen zusammenkommen, so wie wir es brauchen und uns wünschen. Organisiert deshalb auf den Straßen und Plätzen eurer Städte und Dörfer Kundgebungen, Demonstrationen, Gedenkaktionen! Für politische Konsequenzen!

Wir stehen zusammen und kämpfen gemeinsam.

Gegen die Angst. Für das Leben. Erinnern heißt verändern!“

Ab in den Süden – Kurve der Ultras

 

 

HOLOCAUST GEDENKTAG AM 27. JANUAR 2022 UM 18:30

Ivar Buterfas-Frankenthal wurde am 16. Januar 1933 nur zwei Wochen vor Hitlers Machtantritt in Hamburg als Sohn eines jüdischen Artisten geboren. Seine Familie wurde  in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland verfolgt. Über seine bewegte Geschichte und die Schikanen, die auch nach 1945 nicht endeten, hat er in mittlerweile über 1500 Veranstaltungen erzählt und so geholfen, die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus auch bei jüngeren Generationen wach zu halten.

Anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktages ist er nun bei uns am Millerntor zu Gast und wird uns aus seinem bewegten Leben erzählen. Teilnehmen könnt ihr einfach über den folgenden Link: https://youtu.be/BXXijt0a_8Y

Wenn ihr euch vorab noch etwas informieren wollt, hier findet ihr ein Interview mit Ivar Buterfas-Frankenthal aus dem Jahr 2020: https://taz.de/Ueberlebende-ueber-den-Holocaust/!5656119/

Beginn ist um 18:30, zuvor können auf dem Südkurvenvorplatz Kränze, Kerzen oder Blumen am Gedenkort niedergelegt werden.

Wohnungslosenprogramme statt obdachlosenfeindliche Architektur

Hallo Sankt Pauli Fans,

seit einigen Tagen ist der neue Zaun in der Wohlwillstraße ein Thema, welches viele Menschen im Viertel beschäftigt. Wenn es um obdachlosenfeindliche Architektur geht, ist dieser Zaun nur ein typisches Symbol für eine sozialpolitische Agenda der Stadt Hamburg, die auf Verdrängung und Repression basiert. Das eigentliche Ziel „Wohnraum statt Straße“ bleibt leider auf der Strecke.

Ob es der fehlende politische Wille ist, konsequent gegen Leerstand von Wohnungen vorzugehen, das Hofieren von Immobilienkonzernen oder die halbherzigen Hilfsangebote um Wohnraum für Obdachlose zu schaffen – die Liste an Beispielen für eine Hamburger Politik, die sich gegen Obdachlose richtet oder der Obdachlose zumindest egal sind, ist lang. Es ist dabei unerheblich, wer gerade am politischen Ruder sitzt: Die Politik bleibt dieselbe. 

Doch was bleibt uns noch übrig, außer diese Verhältnisse anzuprangern?

Es gibt viele Organisationen in Hamburg und auch auf Sankt Pauli, die sowohl direkte Hilfe organisieren, als auch für Wohnungslose und Suchtkranke versuchen Lobbyarbeit zu leisten. Eine Organisation, die mit Verein und Fanszene seit der Pandemie intensiver zusammen arbeitet, ist GoBanyo.

GoBanyo bietet unter dem Motto „Waschen ist Würde“ mit ihrem Duschbus und Duschdorf für wohnungslose und bedürftige Menschen einen Zugang zu Dusch- und Hygienemöglichkeiten. Aktuell werden neben Geldspenden vor allem weitere helfende Hände gesucht. Für weitere Infos checkt dafür die Homepage von „GoBanyo – Der Duschbus für Menschen auf der Straße“.

Wir unterstützen die Forderung, starke Hilfsangebote und ein ernstzunehmendes Wohnungslosenprogramm für Hamburg statt obdachlosenfeindliche Architektur zu schaffen!

Ultrà Sankt Pauli, Januar 2022

 

 

Stellungnahme zum aktuellen Prozess im Rahmen der Sexismus-Vorwürfe gegen USP

Hallo St. Pauli-Fans!

Vor mittlerweile fast zwei Monaten wurden in einem öffentlichen Schreiben Anschuldigungen gegen USP erhoben. Das Hauptthema sind sexualisierte Übergriffe. Wir haben das entsprechende Statement seinerzeit auf unserer Homepage dokumentiert. Auch, um deutlich zu machen, dass wir die Thematik sowie Anschuldigungen ernst nehmen und nicht unter den Teppich kehren. 

Das Statement beschäftigte nicht nur uns, sondern auch viele aus der Fanszene und wurde zudem medial aufgegriffen. Da von den Verfasserinnen die öffentliche Auseinandersetzung gewählt und auch abseits des Statements weiterbetrieben wurde, werden wir die Situation ebenfalls auf diesem Wege kommentieren und einordnen, um unnötige Irritationen zu vermeiden, obgleich wir diese sensible Thematik lieber geschützter innerhalb der Strukturen und Institutionen unserer Fanszene bearbeitet hätten. Dies nicht, weil wir die öffentliche Kritik scheuen, sondern weil unseres Erachtens nach so für alle Beteiligten ein sicherer Rahmen zur Erarbeitung von Lösungskonzepten geschaffen worden wäre.

Als erste Konsequenz auf die Vorwürfe haben wir auf den organisierten Support verzichtet. Einmalig in der Geschichte der Gruppe und so weitgehend, dass es von vielen in der Südkurve mit Irritation und Unverständnis aufgenommen worden ist. Uns war das als Zeichen jedoch wichtig, um die zu dem Zeitpunkt herrschende Situation nicht weiter zu belasten. 

Wir haben die Verfasserinnen zeitnah nach deren Veröffentlichung kontaktiert und uns Mitte Dezember mit ihnen getroffen, da wir ein großes Interesse an der Aufarbeitung haben. Wir sind mit sechs VertreterInnen unserer Gruppe und der Motivation in das Treffen gegangen, zu erfahren, wer und was gemeint ist und welche Vorwürfe im Raum stehen. Zudem wollten wir erst einmal zuhören, als ersten Schritt des Aufarbeitungsprozesses. 

In dem Gespräch wurden Konsequenzen für konkrete Personen gefordert, aber keine Begründung geliefert. Wir verstehen, wenn Taten nicht detailliert beschrieben werden. Das haben wir auch nicht verlangt. Auch sprechen wir Betroffenen nicht ihr Erleben ab oder fordern Beweise dafür. Für uns zählt jedes einzelne Erlebnis, und wir nehmen Anschuldigungen ernst. Wenn wir aber Konsequenzen aussprechen, dann muss das auch begründet sein.

Für unsere Aufarbeitung und Umgang mit dem Thema möchten wir außerdem das Bewusstsein für übergriffiges Verhalten und Ausnutzen von Machtstrukturen schärfen. Neben dem Ziehen von Konsequenzen für Fehlverhalten wollen wir verstärkt auch präventiv wirken, um irgendwann einen nach unseren Vorstellungen sicheren Ort für alle zu schaffen. Hierbei bedienen wir uns auch gern externer Unterstützung und sehen zum Beispiel im AK-Awareness eine wichtige Institution für das Thema und die Aufarbeitung einzelner Vorwürfe.

Völlig unabhängig von den öffentlichen Diskussionen beschäftigen wir uns seit Anbeginn der Gruppe stetig mit dem Thema. Im Ergebnis ist festzustellen: In der Südkurve, auf Auswärtsfahrten und auf Veranstaltungen passieren mitunter beschissene Dinge. Wir sind nicht gut genug! In den letzten zwei Jahren haben wir deswegen intern verstärkt den Fokus auf das Thema gelegt. Im Folgenden seien Aktivitäten genannt, die schon laufen oder in Planung sind: 

    • Erarbeitung eines Awareness-Konzeptes für Gruppenveranstaltungen, mithilfe dessen eine von Einzelpersonen und tagesformunabhängige strukturelle Hilfe geschaffen wird.
    • Mit USP Giovanile gibt es seit Jahren eine Jugendorganisation und einen entsprechenden Umgang innerhalb eines Jugendschutzkonzeptes.
    • Mitarbeit an den Initiativen der Fanszene zum Thema Sexismus und Awareness.
    • Durchführung von Veranstaltungen intern und öffentlich zu dem Thema.
    • Schaffung von Feedbackstrukturen, damit Anliegen dieser Art besser angenommen und bearbeitet werden können. 
    • Vorantreiben des Bewusstseins und der (Selbst-)Reflexion zum Umgang mit Verantwortung durch Stellung und Macht innerhalb von Gruppe und Fanszene. 

Es macht uns nach wie vor unzufrieden, dass es uns nicht immer und durchgehend gelingt, im Umfeld unserer Gruppe den Standard sicherzustellen, den wir uns vorstellen und wünschen. Wir sind daher wie mit vielen anderen Themen niemals am Ziel und ein ständiger Reflexionsprozess muss alle begleiten. Und das tut er: Seit 20 Jahren wird Fehlverhalten dieser Art thematisiert und sanktioniert. Es gab in der Vergangenheit harte Ausschlüsse, unendlich tiefgehende Diskussionen, zerbrochene Freundschaften, Unterstützung bei der Aufarbeitung und vieles mehr. 

Im Rahmen der Beschäftigung mit den aktuellen Vorkommnissen ist ungewollt ein Teil eines internen Statusupdates geleakt und kontextlos verbreitet worden – das tut uns aufrichtig leid. Daraus resultierende Fehlinterpretationen sorgten für Missverständnisse wie beispielsweise, dass Mitgliedern von USP der soziale Kontakt mit den Verfasserinnen untersagt worden sei. Vielmehr wollten wir, dass Rücksicht auf Betroffene genommen wird und nicht jede Einzelperson sie so mit Nachfragen konfrontiert.

Vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen ist im Kern die wichtigste Erkenntnis: Wir können die Ansprüche der Verfasserinnen nicht erfüllen. Wenn wir Konzepte entwickeln, dann ist uns Partizipation sehr wichtig. Damit steht und fällt ein wirksames Konzept. Dies wäre in dieser zeitlichen Vorstellung der Verfasserinnen aber auch nicht möglich. Auch kommen wir bei der Art und Weise der Herangehensweise nicht auf einen Nenner.

Dennoch sind solche Impulse auf eine Art richtig und wichtig! Auch wenn wir mit der Art und Weise nicht einverstanden sind, teilen wir doch die Idee einer freien, diskriminierungsfreien und solidarischen Gesellschaft.

Solidarität heißt für uns dabei auch, keine Menschen gegeneinander auszuspielen. Denn auch bei uns und nahestehenden Gruppen gibt es Betroffene von sexualisierten Übergriffen, die sich aktuell mit der gruppeninternen Aufarbeitung beschäftigen. Diese Menschen werden durch die Verfasserinnen in eine Position gebracht, in der ihnen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeiten die Legitimation aberkannt wird, sich in ihren Strukturen mit dem Thema auseinanderzusetzen und sie vielmehr gleichermaßen mit verurteilt. 

Unsere Fanszene hat eine vielfältige Anzahl von Institutionen, die offen für Themen wie diese sind und die von uns akzeptiert und unterstützt werden. Wir sind seit Jahren in diesen Institutionen präsent oder unterstützen diese und stehen dort, wenn nötig, für Rede und Antwort bereit. Wir haben in diesen Institutionen bisher noch bei nahezu jedem Thema Gesprächsbereitschaft signalisiert und werden dies auch weiterhin tun. Aus unserer Sicht ist es ein integraler Bestandteil für das Funktionieren einer Fanszene. Denn wo, wenn nicht in diesen Strukturen, kann eine sachliche Auseinandersetzung stattfinden? Unser Ziel für die Zukunft ist es, diese Strukturen weiter zu stärken, zu unterstützen und auch kritisch zu hinterfragen, insbesondere in Bezug auf strukturellen Sexismus. 

Wir schließen uns der Ermutigung der Verfasserinnen an, mit entsprechenden Erfahrungen hervorzutreten – generell und nicht nur, wenn persönliche Aufklärung gewünscht wird. 

Sicherlich werden nun abermalige Angriffe und Anschuldigungen folgen, denn es wird mal wieder nicht reichen. Dass ein konstruktiver Umgang in diesem Fall auf der Strecke bleibt, ist bedauerlich. Wir planen nicht, uns dazu noch einmal in der Öffentlichkeit zu äußern. Für die Transparenz hinsichtlich des Aufarbeitungsprozesses sind wir via Fanladen oder AK-Awareness erreichbar.

Ultrà Sankt Pauli, Januar 2022